Der Sieg der Unvernunft

Was habe ich Euch doch im ersten Artikel zum Thema "Fotografie" für eine Story erzählt, dass ich ach so vernünftig sei und mich für eine DSLM Kamera mit APS-C Sensor entschieden habe. Kaum waren ein paar Monate vergangen und ich hielt eine Vollformatkamera in meinen Händen. Eins vorweg: Ich war mit meinen beiden Alpha Kameras der 6000er-Reihe keineswegs unzufrieden. Die Sony Alpha 6400 besitze ich "immer noch". Neben einem unerwarteten Geldeingang waren es ein paar Kleinigkeiten, die mich unvernünftig werden ließen.

 

Die Kamera(s)

Was ist also passiert? Ich schreibe jetzt keine langen Abhandlungen, sondern fasse meinen Entscheidungsprozess hoffentlich kurz zusammen.

400x300 Sony Alpha 6300Sowohl mit der Sony Alpha 6300 als auch mit der Sony Alpha 6400 war und bin ich eigentlich zufrieden. Mir gefällt die Haptik. Wenn man erst einmal in der Logik der Sony Menüs drin ist, sind die Kameras leicht zu bedienen. Und die Bildqualität ist in den allermeisten Fällen überzeugend.

Aber es gibt da so ein paar Punkte, die mich stören:

- Bereits in relativ niedrigen ISO Bereichen neigen die Kameras dazu zu rauschen. Und das ist leider nicht erst so, wenn man im Bereich des Low Lights angekommen ist. Klar, Adobe Lightroom & Co. machen alles wieder gut, aber dennoch hat es mich gestört.

- Bei Videoaufnahmen macht sich das Fehlen eines Bildstabalisators bei der 6300 und bei der 6400 bemerkbar. Nicht alle meine Objektive haben einen eingebauten Stabilisator.

- Die beiden Kameras der 6000er-Serie haben den kleinen Akku NP-FW50 verbaut. Der kommt doch recht schnell an seine Grenzen, besonders wenn die Temperaturen in niedrigeren und kälteren Bereichen liegen.

- Und der Punkt, der mich am meisten gestört hat: Die Tasten und Drehräder der Sonly Alpha 6300 und der Sony Alpha 6400 reagieren bereits bei der leichtesten Berührung. Die Bedienung der Kameras mit kalten Fingern oder mit angezogenen Handschuhen ist der reinste Horror. Ich erinnere mich daran, wie ich auf Island Minuten benötigte, um an der Kamera die gewünschte Blende einzustellen.

Was für eine Kamera ist es nun geworden? 24 Megapixel reichen mir aus und ich hatte mit dem Sony FE 70–200 mm F4 G OSS und dem Sony FE 85 mm F1.8 bereits zwei Vollformatobjektive. Da konnte die Wahl nur auf die Sony Alpha 7 III fallen. Ich hatte Glück, die Fotohändler unterboten sich gerade bei den Preisen und von Sony gab es auch noch eine Cashback Aktion. Also griff ich zu. Und ehrlich gesagt, freue ich mich jetzt auch darüber, ein bisschen mehr Kamera in der Hand zu haben.

Die Sony Alpha 6400 mit den APS-C Objektiven habe ich behalten und ich benutze sie weiterhin regelmäßig, wenn ich z.B. mit dem Fahrrad unterwegs bin, Leichtes im Fotosack haben möchte oder als Zweitkamera, da bei mir weiterhin eine gewisse Faulheit bezüglich Objektivwechseln herrscht. Außerdem ermöglicht der Crop Faktor von 1,5 des APS-C Sensors im Zusammenhang mit dem Sony 70-200 Objektiv ein stärkeres Heranzoomen von Motiven (Ja ja, ich weiß, nur der Bildausschnitt ist ein anderer). Die 6300 habe ich bei MPB, die gebrauchtes Kamera Equipment an- und verkaufen, zu einem vernünftigen Preis vertickt.

Natürlich war es so, dass es mit dem Kauf der Sony Alpha 7 III nicht getan war. Dabei waren der zweite Akku und das Ladegerät nur die kleinsten Übel. Ich sage nur Heilige Dreifaltigkeit.

 

Die Objektive

Das Telezoom Sony FE 70–200 mm F4 G OSS und die Festbrennweite Sony FE 85 mm F1.8 hatte ich ja bereits vor dem Kauf der Sony Alpha 7 II in meinem Besitz. Also mussten noch ein Weitwinkelzoom und ein Standardzoom her, denn erst mit diesen beiden Objektiven in Verbindung mit dem 70-200er ist die Heilige Dreifaltigkeit komplett. Klar hat Sony schöne und leistungsfähige Zoomobjektive im Programm, aber die haben immer die beiden Buchstaben "GM" im Namen. GM bedeutet G-Master, soll den Eindruck von Klasse vermitteln - was auch stimmt - und die Objektive sind daher im obersten Preissegment angeordnet. So groß war der unerwartete Geldzufluss dann doch nicht und ich schaute mich bei Drittherstellern um. Bei Tamron wurde ich fündig.

500x300 Sony 18 105mmTamron 17-28mm F/2.8 Di III RXD - Das Tamron 17-28mm F/2.8 Di III RXD (Modell A046) ist ein lichtstarkes Ultra-Weitwinkel-Zoomobjektiv mit einer Anfangsblende von f2.8.

Zu dem Objektiv habe ich mir reichlich Reviews im Internet angeschaut und es kam bei den meisten Tests gut weg.  

Mit einem Gewicht von 420 Gramm ist es gegenüber dem Sony-Konkurrenten FE 16-35mm F2,8 GM (680 Gramm) ein Leichtgewicht. Und geschont wird auch der Geldbeutel: Der Straßenpreis des Tamrons liegt aktuell bei 800 € (Preise schwanken immer ein wenig) und es ist damit fast 1.000 € billiger als das Sony. Natürlich hat auch Sony preiswertere Zoomobjektive in dieser Kategorie am Start, aber die Anfangsblende ist dann f4.  

Klar, gegenüber dem Sony GM-Objektiv wirkt das Tamron nicht so hochwertig. Aber wie ein Billigheimer sieht das Tamron auch nicht aus. Die Verarbeitung ist völlig ok. Einen Bildstabilisator haben weder das Tamron noch das Sony, aber wenn die Kamera über einen verfügt, sollte dies kein Problem sein. Und schließlich hat das Tamron keine vom Fotografen belegbare Taste. Das kann man aber durchaus verkraften, wenn einem dafür ein paar Hundert Euro mehr in der Kasse bleiben.

Das Zusammenspiel des Tamron 17-28 mit der Sony Aplha 7 III funktioniert tadellos. Der Autofokus arbeitet schnell und zuverlässig. An der Bildqualität habe ich als Hobbyfotograf nichts auszusetzen. Verzeichnung und Vignette sind gering. Das alle sind erste Eindrücke und, wenn es doch Problembereiche geben sollte, werde ich das hier vermelden. 

400x300 Samyang 12mmTamron 28-75mm F/2.8 Di III RXD - Das Tamron 28 -75mm F / 2.8 Di III RXD (Modell A036) ist ein lichtstarkes Standard-Zoomobjektiv, ebenfalls mit einer Anfangsblende von f2.8.

Das Tamron 28-75mm wiegt gerade einmal 550 Gramm. Das Sony FE 24–70 mm F2.8 GM bringt da mit 886 Gramm deutlich mehr auf die Waage. Beim Preis kann man beim Tamron Objektiv gegenüber dem Sony G-Master mal locker 1.200 € sparen. Der Straßenpreis des Tamron 28 -75mm F / 2.8 Di III RXD liegt aktuell bei ca. 730 €.

Bezüglich Verarbeitungsqualität, Bildstabilisator, durch den Nutzer belegbare Taste, Autofokus, Bildquaität, Vignette und Verzeichnung gilt das oben Gesagte.

Kurzum: Bei Betrachtung des Preis-/Leistungsverhältnisses kommt man um die beiden Tamron Objektive nicht herum. Hier bekommt man für relativ wenig Geld hervorragende Objektive. Neben Tamron und Sony gibt es natürlich noch weitere Dritthersteller von Objektiven für Sony Vollformatkameras. Selbstverständlich ist auch Sigma in diesem Segment unterwegs und auch Samyang sowie andere Hersteller sind auf den Zug aufgesprungen. 

 So, das war es erst einmal in Sachen Erweiterung des Equipments. Ich hoffe, jetzt kann ich erst einmal längere Zeit die Füße stillhalten.

  

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