Grundrisse im Wohnmobil

Dieses Mal geht es um das Thema Grundrisse im Reisemobil. In diesem Bereich hat man die Qual der Wahl. Welche Betten sollen rein? Längsschlafen oder besser quer? Kingsize oder Einzelbetten? Wo soll die Sitzgruppe sein? Eher vorne oder eher hinten? Großzügig oder eher funktionell? Fragen über Fragen. Wir versuchen, ein paar Antworten zu geben.

Als Vorbereitung zu diesem Artikel habe ich mir viele verfügbare Grundrissarten angeschaut. Und das Angebot ist riesig, tolle Konzepte sind dabei. Eine schöne Sofalandschaft im Heck des Fahrzeugs, einfach wunderbar. Aber wo wird dann geschlafen? Jeden Abend die komplette Sitzgruppe in ein Bett umbauen, will ich das? Oder doch besser Sitzgruppe Sitzgruppe sein lassen und ein Hubbett im vorderen Bereich nutzen? Aber dann ist ja die Tür blockiert und ich kann gar nicht mehr raus, wenn meine Frau bereits zu Bett gegangen ist. Es ist wie es ist, der Platz in einem Wohnmobil ist immer begrenzt und jede Lösung hat ihre Stärken und ihre Schwächen. Jedes Wohnmobil kann immer nur ein Kompromiss sein.

Und bei der Grundaufteilung eines Wohnmobilinnenraums lande ich bei meinen Überlegungen immer bei dem Konzept, das die meisten Hersteller in unseren Breitengeraden heutzutage verfolgen und das auch den größten Marktanteil hat: Geschlafen wird hinten, in der Mitte wird gewohnt, gekocht und geduscht, und vorne wird gefahren. Auch bei dieser Grundaufteilung gibt es noch reichlich Varianten, die einer Entscheidung bedürfen. Und damit beschäftigt sich dieser Beitrag.

Die Grundaufteilung

Ein Wohnmobil teile ich grundsätzlich in drei Bereiche ein:

  1. Die Fahrerkabine. Hier bringt man viel Zeit beim Fahren zu. Ist das Ziel erreicht, kann man in den allermeisten Fällen Fahrer- und Beifahrersitz schwenken und damit in den Wohnbereich integrieren.
  2. Der Wohn-, Küchen- und Badbereich. Hier spielt sich das Leben in einem Reisemobil ab, wenn man nicht gerade fährt oder schläft. Klar, als Wohnmobilist ist man viel draußen in der Natur. Aber es regnet auch ´mal und abends ist es mancherorts zu kühl um draußen zu sitzen. In der Mitte des Fahrezeugs findet man in der von mir bevorzugten Variante einen Tisch, mindestens eine Bank zum Sitzen, die Küche und das Bad. Die Sitzgruppe mit dem Tisch nennt sich übrigens Dinette. Manche sagen auch Halb-Dinette, wenn sich dort nur eine Sitzbank befindet.
  3. Der Schlafbereich. Hier kann man nach einem anstrengenden Campertag die Beine lang machen und sich bei hoffentlich schönen Träumen für den nächsten Tag fit schlafen.

Wohnmobil Grundstruktur

Die Länge eines Wohnmmobils beeinflusst i.W. die Bereiche B und C, weniger den Bereich A. Ist ein Wohnmobil kurz, wird hinten ein Querbett installiert und dadurch Platz für den Wohnbereich gewonnen. Ist ein Wohnmobil länger als 6 Meter, kann der Hersteller ihm Längsbetten im Bereich C gönnen. Irgendwann ist die maximal notwendige Länge von Betten erreicht und jede weitere Verlängerung des Reisemobils kommt dem Wohn-, Küchen- und Badbereich (Bereich B) zu Gute.

 

Teil A: Das Fahrerhaus

Ein längeres Reisemobil beeinflusst die Größe des Bereiches „A“ in der Regel minimal. Hier und da gönnt man der Fahrerkabine einige Zentimeter mehr Platz. Wird das Fahrzeug breiter wie z.B. beim teilintegrierten Reisemobil, dann wirkt dieser Bereich natürlich großzügiger und der Hersteller installiert schon einmal wuchtigere und komfortablere Sitze. Und bei einem integrierten Wohnmobil wirkt die Fahrerkabine nicht mehr isoliert, sondern wird zum integrierten Bestandteil des gesamten Mobils, da sie dieselbe Höhe hat wie die Bereiche „B“ und „C“ des Fahrzeugs.

Wohnmobil Grundriss Teil A

Bei einem Kastenwagen, bei einem teilintrgierten Wohnmobil und bei einem Alkoven-Fahrzeug hat man im Bereich „A“ keine Stehhöhe, sondern beim Aufstehen von Fahrer- und Beifahrersitz sollte man tunlichst den Kopf einziehen. Außerdem befindet sich bei einem Kastenwagen und bei einem teilintegrierten Modell in den meisten Fällen noch ein Staufach unter der Decke des Fahrerhauses. Jüngst lassen die ersten Hersteller das Staufach weg und bauen ein Fenster in das Dach der Fahrerkabine ein. Damit wirkt diese großzügiger und heller, die Gefahr für den Kopf wird verringert, aber es fällt auch Stauraum weg.

Mehr gibt es eigentlich zu diesem Teil des Wohnmobils in Sachen Grundriss nicht zu sagen.

 

Teil B: Der Wohnbereich

Der Wohnbereich ist der Ort des Geschehens in einem Reisemobil. Hier kocht man, dort wird gegessen und macht den Abwasch, am Abend wird vielleicht ein Buch gelesen, hört Musik oder schaut fern, und hier befindet sich das Bad für die Körperpflege und sonstige unvermeidliche Tätigkeiten.

Wohnmobil Grundriss Teil B

Der Sitz- und Essbereich (Die Dinette)

Die weitverbreiteste Kombination bei den Sitzgelegenheiten ist die in der schematischen Darstellung gezeigte. Fahrer- und Beifahrersitz werden zum Tisch hin umgedreht, um eine Sitzgruppe für drei bis vier Personen zu bilden. Der Tisch sollte in jedem Fall durch Herausfahren einer Zusatzplatte erweiterbar sein, denn sonst muss die Person, die auf dem Beifahrersitz Platz nimmt, seinen Teller auf seinen Beinen platzieren um zu essen. Auf der anderen Seite des Tisches befindet sich eine Bank für bis zu zwei Personen. Hier sitzen während der Fahrt auch weitere Mitfahrer, die sich natürlich anschnallen können. In Kastenwagen ist diese Variante fast schon obligatorisch, in anderen Wohnmobilarten gibt es weitere Varianten (siehe unten).

An dieser Stelle ergänzend zum erweiterbaren Tisch drei weitere Tipps:

  • Achten Sie darauf, dass der Tisch eine ausreichende Breite besitzt. Manch ein Tisch ist so schmal, dass sich die gegenübersitzenden Personen z.B. beim Essen ständig ins Gehege kommen.
  • Oft finde ich in Wohnmobilen Bänke mit sehr steilen Rückenlehnen. Dies ist weder bei der Fahrt noch im Stand für die Passagiere bequem. Daher sollte darauf geachtet werden, dass die Rückenlehne der Bank eine gewisse Ergonomie besitzt.
  • Der Platz zwischen Bank und Tisch ist in der Regel nicht reichlich bemessen. Insbesondere etwas größer gewachsene Passagiere wissen während der Fahrt oft nicht wohin mit den Beinen. Aus diesem Grunde sollte der Tisch in Richtung Fahrersitz verschiebbar sein.

Für teilintegrierte und integrierte Wohnmobile gibt es aufgrund der größeren Breite des Fahrzeugs zwei wesentliche Varianten. Statt einer Bank wird eine „Sitzgruppe“ in L-Form eingebaut (siehe Bild). Dabei sollte man aber nicht unbedingt davon ausgehen, dass dadurch mehr Sitzgelegenheiten in diesem Fahrzeugteil geschaffen werden, denn es geht eng zu. Eher bietet sich dadurch die Gelegenheit, auch mal die Füße hochzulegen. Auf jeden Fall solltet ihr bei der Fahrzeugwahl prüfen, ob die L-Form den von euch gewünschten Effekt erzielt.

Dann verfügen die beiden genannten Wohnmobilarten häufig noch über einen Sitz rechts neben der Eingangstür des Wohnmobils. Dieser Sitz darf im Regelfall während der Fahrt von keinem weiteren Passagier belegt werden, es sei denn, er ist entsprechend mit Sicherheitsgurten ausgestattet. Aus Sicherheitsaspekten zweifele ich aber daran, ob es sinnvoll ist, während der Fahrt quer zu Fahrtrichtung zu sitzen.

Wohnmobil Grundriss Teilintegriert

Bei Alkoven-Fahrzeugen kommt es durchaus vor, dass Fahrer und Beifahrersitz nicht umgedreht werden können und dass stattdessen eine weitere Sitzbank installiert wird. Manchmal befinden sich auch je zwei Sitzbänke mit je einem Tisch auf der Fahrer- und Beifahrerseite. Dies hat natürlich seine Ursache darin, dass in einem Alkoven-Modell aufgrund der höheren Anzahl von Schlafplätzen auch mehr Sitzplätze benötigt werden (siehe Bild). Allerdings, eine solche Lösung braucht Platz und geht zu Lasten anderer Komponenten (Bad, Länge bzw. Breite der Betten).

Wohnmobil Grundriss Alkoven>

Die Dinette, also Tisch und Bank, können in den meisten Fahrzeugen zu einem weiteren Schlafplatz umgebaut werden. Aber, wie schon im Artikel über die Wohnmobilarten dargelegt, ist das nichts für ausgewachsene Personen, sondern für den Sprössling. Stattdessen kann für teilintegrierte und integrierte Reisemobile in den meisten Fällen ein Hubbett geordert werden, dass i.W. über der Dinette angebracht ist. Abends wird es heruntergefahren, mal elektisch, mal manuell, und es bietet je nach Größe ein bis zwei zusätzliche, vollwertige Schlafplätze. Die Sitzgruppe kann dann natürlich nicht mehr genutzt werden.

Abschließend zu diesem Themenbereich noch der Hinweis, dass sich über der Dinette meist Hängeschränke für zusätzlichen Stauraum befinden.

 

Der Küchenbereich

Natürlich muss man beim Tripp mit dem Wohnmobil auch ´mal was essen. Und meist isst man im oder am Wohnmobil, denn man fährt mit Fahrzeugen dieses Ausmaßes nicht jeden Tag zum Restaurant. Außerdem will man ja auch nicht die Markise jeden Tag einholen. Also braucht man einen Herd zum Kochen, Schubladen und Schränke, um das Küchen-Equipment zu verstauen, einen Kühlschrank, damit die Lebensmittel nicht verderben, eine Arbeitsfläche zur Vorbereitung des Essens und eine Spüle für den Abwasch.

Die Küchenform

Der Normalfall sind heute Längsküchen und L-förmige Küchen. Sie können sich auf der Fahrer oder Beifaherseite befinden. Ist die Küche auf der Fahrerseite montiert, befindet sie sich in den meisten Fällen neben der Sitzgruppe. Auf der Beifahrerseite installierte Küchen liegen in der Regel links von der Eingangstür des Reisemobils. In Kastenwagen ist die Längsküche vorherrschend, weil die Breite des Fahrzeugs keine L-förmige Küche erlaubt. In teilintegrierten und integrierten Modellen und Alkoven-Fahrzeugen sind beide Küchenvarianten anzutreffen. Andere Küchenvarianten, z.B. die Heckküche, sind heutzutage aus der Mode gekommen.

Der Herd

Die Küchen in einem Kastenwagen verfügen über einen zweiflammigen Herd. In den übrigen Wohnmobilarten sind häufig dreiflammige Herde anzutreffen. Betrieben werden sie fast immer mit Gas. Mit der Größe eines Herds zuhause sind die im Wohnmobil natürlich nicht zu vergleichen. Insbesondere bei dreiflammmigen Herden rücken sich Töpfe und Pfannen ganz schön auf die Pelle. In Betrieb gesetzt wird der Herd oft über eine Piezo-Zündung. Sollte sie beim Wohnmobil der Wahl mal fehlen, ist das auch kein Beinbruch, ein Stabfeuerzeug tut es auch.

Die Spüle

Neben dem Herd ist immer die Spüle untergebracht. Auch sie fällt immer kleiner aus als die zuhause. Aber sie erfüllt im Regelfall ihren Zweck, wenn sie über eine ausreichende Tiefe verfügt.

Unter Spüle und Herd steht Stauraum für die Küchenutensilien zur Verfügung. Mal sind es nur Schubladen, mal ist es ein Schrank plus Schubladen. Manchmal ist es erstaunlich, wie praxisfremd Hersteller planen. Da können Schubladen so niedrig sein, dass keine größeren Töpfe untergebracht werden können, oder die Schubladen können nicht ganz ausgezogen werden, so dass Teile des Stauraums kaum genutzt werden können.

Der Kühlschrank

Kühlschränke gibt es für das Wohnmobil in zahlreichen Varianten. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Absorber- und Kompressorkühlschränken. Absorberkühlschränke werden je nach Situation mit Gas, 12 Volt Strom oder mit Landstrom betrieben. Landstrom ist der, der aus der Steckdose kommt und an den man sich auf den meisten Campingplätzen gegen eine Gebühr anschließen kann. Kompressorkühlschränke sind die Dinger, die man auch zuhause hat. Sie werden ausschließlich über Strom betrieben.

Der Kompressorkühlschrank hat den großen Vorteil, dass er im Verhältnis zur Außentemperatur deutlich mehr herunterkühlen kann als der Absorberkühlschrank. Dem Absorberkühlschrank wird nachgesagt, dass er die Temperatur im Kühlschrank gegenüber dem Innenraum des Fahrzeugs um 25 Grad Celsius herunterkühlen kann. Steht das Reisemobil also einmal in der Sonne und es herrschen im Innenraum 40 Grad, dann ist es im Kühlschrank schon 15 Grad warm. Zum Vergleich: Der Kühlschrank zuhause hält im Regelfall konstant 7 Grad.

Da schafft der Kompressorkühlschrank wesentlich mehr. Aber er läuft immer über Strom, und, wenn man frei steht, kann man da auch mal an die Grenze der Batterie(n) kommen. Soll heißen, wer länger frei stehen möchte und autark sein will, der muss sich Gedanken über die Energieversorgung machen. Eine zweite Wohnraumbatterie und Solarzellen sind da eigentlich schon obligatorisch. Steht ausreichend Strom zur Verfügung, weil ihr regelmäßig Campingplätze anfahrt, dann könnt ihr das Thema Strom bei der Wahl des Kühlschranks außer acht lassen. Kompressorkühlschränken wird nachgesagt, dass sie lauter als die Ansorbervariante seien. Ob das stimmt, kann ich nicht sagen, da ich noch keinen Kompressorkühlschrank in einem Wohnmobil erlebt habe.

Ein Frostfach ist in den Wohnmobil-Kühlschränken meist verbaut. Oft bietet es kaum Platz. Insbesondere bei Absorberkühlschränken kann außerhalb des Winters die Sinnhaftigkeit eines Frostfaches bezweifelt werden. Auf die Kühlleistung dieser Kühlschrankart bin ich ja oben schon eingegangen.

Der Standard im Reisemobil ist der halbhohe Kühlschrank. Er befindet sich entweder unten auf dem Boden und darüber wird ein Schrank montiert oder vice versa. Ist der Kühlschrank unten, ist er schwerer zugänglich. Man muss sich schon ganz schön bücken um zu schauen, was in ihm schlummert. Ist er oben, dann ist er leichter zugänglich. Manche Hersteller bieten an, den halbhohen Kühlschrank unten zu platzieren und den Schrank darüber wegzulassen. Das ist insbesondere dann interessant, wenn Küchenbereich und Kühlschrank in einer Reihe stehen. Insbesondere im Kastenwagen wirkt das gesamte Wohnmobil dann größer und luftiger, und im jedem Falle bietet diese Lösung zusätzlichen Platz im Arbeitsbereich. Braucht ihr einen größeren Kühlschrank, dann haben verschiedene Anbieter Tower oder Slim Tower im Programm.

Der Arbeitsbereich im Reisemobil zur Vorbereitung der Speisen oder für das anschließende Spülen der Teller und Töpfe kann in einem Reisemobil natürlich nicht allzu groß bemessen sein. Die L-förmige Küche bietet da etwas mehr Platz als die längsförmige, es bleibt aber knapp. In Kastenwagen finden sich an der Küche im Eingangsbereich des Fahrzeugs meist hochklappbare Erweiterungen. Das hilft dann schon ein Stück weiter. Und dann gibt es ja auch immer noch den Tisch der Dinette zum Ausweichen. Die potenzielle Lösung eines halbhohen Kühlschranks ohne Schrankaufbau habe ich ja schon erwähnt.

Über der Küche befinden sich in fast allen Reisemobilen Hängeschränke, um Küchenutensilien oder Lebensmittel zu verstauen.

Tipps:

  • Die Spüle darf nicht zu flach sein, wenn man beim Spülen den Herd nicht unter Wasser setzen will.
  • Achtet bei der Wahl des Kühlschranks darauf, dass er relativ geräuschlos läuft. Dies gilt sowohl für Absorber- als auch für Kompressorkühlschränke.
  • Stellt sicher, dass der Kühlschrank eurem Bedarf entsprechend über ausreichend Innenraum verfügt.
  • Prüft, ob die Schubladen der Küche weit genug herausgezogen werden können und zumindest eine Schublade auch hoch genug ist, um dort Kochtöpfe und ähnliches unterzubringen.
  • Schaut, dass es im oder in der Nähe des Küchenbereiches einen Platz für einen Mülleimer gibt.

 

Das Bad

Das Bad, na ja, ich nenne es eher Nasszelle, weil es meist eher eng zugeht, ist für mich einer der kritischsten Bereiche im Wohnmobil. Es ist wegen des verfügbaren Platzes fast immer ein Kompromiss, aber mit dem, was ihr vorfindet, solltet ihr leben können, sonst ist der Spaß am Wohnmobildasein schnell vorbei. Denn insbesondere Freisteher werden das Bad immer nutzen. Und auch diejenigen, die die Einrichtungen des Campingplatzes bevorzugen, werden gelegentlich darauf ausweichen, wenn es mal dringend wird oder die Hygiene auf dem Campingplatz zu wünschen übrig lässt.

In den meisten Wohnmobilen befindet sich das Bad auf einer Seite des Wohnmobils neben der Dinette. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen dem separaten, angetrennten Bad, dem Schwenkbad und dem Raumbad.

Das separates, abgetrenntes Bad

Das separate, angetrennte Bad ist ein abgeschlossener Raum auf einer Wagenseite, den man durch eine Tür betritt und hinter sich schließt. In großen Reisemobilen können es auch schon einmal zwei Räume sein, wenn die Dusche vom restlichen Sanitärbereich getrennt ist. Der Durchgang zum hinteren Teil des Wohnmobils bleibt frei. Mithin ist die Breite des Bades sehr begrenzt. Das stellt die Hersteller von Reisemobilen vor das Problem, wie Platz für das Duschen geschaffen werden kann. Die Lösung liegt meist in wegschwenkbaren Toiletten oder Waschbecken, oder in einem Schwenkbad (siehe nachfolgend).

Wohnmobil Badarten

Das Schwenkbad

Das Schwenkbad ist eigentlich auch ein separates, abgetrenntes Bad. Aber es ist eine pfiffige Lösung um zu vermeiden, dass beim Duschen der gesamte Raum nass wird. Beim Schwenkbad wird die Wand, an der das Wachbecken hängt, in Richtung Toilette geschwenkt. Damit hat man eine echte Duschkabine, die anschließend leicht abgewischt und abgetrocknet werden kann. Der Platz zum Duschen ist aber eher eingeschränkt.

Das Raumbad

Das Raumbad findet man bei diversen Herstellern von Kastenwagen, verschiedentlich als aufpreispflichtige Option. Das Konzept: Der Durchgangsbereich vom Wohn- in den Schlafbereich wird in das Bad integriert, wenn es genutzt wird. Dann dient meist ein Rollo als Abtrennung des Bades vom restlichen Wohn- und vom Schlafbereich. Geduscht wird dann quasi mitten im Wohnmobil und das bedeutet dann natürlich mehr Platz. Das Rollo kann auch bei Nicht-Nutzung des Bades dazu verwendet werden, um den Wohn- vom Schlafbereich zu trennen. Das finde ich persönlich ganz praktisch, denn man geht ja nicht immer zeitgleich ins Bett und ein Partner möchte vielleicht noch ein wenig Musik hören.

Generell ist im Bad des Reisemobils das Problem zu lösen, dass beim Duschen nicht alles unter Wasser gesetzt wird. Das Schwenkbad als Lösung dieser Problemstellung habe ich ja bereits vorgestellt. Ansonsten arbeiten die Hersteller mit Duschvorhängen und duschkabinenähnlichen Schwenktüren. Duschvorhänge neigen insbesondere im engen Raumbad dazu, am Körper zu kleben. Also am besten gleich ein paar Magnete besorgen, um den Duschvorhang an die Wand zu „tackern“. Die Handhabung von Schwenktüren ist im kleinen Festbad ebenfalls nicht immer problemlios möglich. Da ist schon mal der eigene Körper im Weg. Außerdem darf man vor der Abfahrt nicht vergessen, die Schwenktüren an den dafür vorgesehenen Befestigungen zu fixieren. Sonst kommt immer ein fröhliches Klappern von hinten.

Für welches Bad soll man sich nun entscheiden? Es ist eine Frage, die ich für mich auch noch nicht final beantwortet habe. Der separate, abgetrennte Raum – ob mit oder ohne Schwenkbad – ist eher engerer Natur. Dafür ist er ein abgeschlossener Raum, der Durchgang zum hinteren Zeil des Wohnmobils bleibt nutzbar und nach einem größeren Geschäft wird die Tür schnell wieder geschlossen, so dass keine Gerüche in den Rest des Mobils wandern. Ein Raumbad bietet mehr Platz, aber für die Zeit der Nutzung kann man im Wagen nicht von vorne nach hinten gehen und der Zugang zum Kühlschrank ist auch nicht möglich. Auch können Gerüche entfleuchen, wenn nicht unmittelbar die Rolltüren wieder entsprechend in Position gebracht werden. Macht euch am besten selbst ein Bild und entscheidet euch.

Hier und da werden Bäder im Wohnmobil auch an anderer Stelle montiert als an der Seite hinter der Dinette. Eine Variante ist das Bad in Längsrichtung im hinteren Teil des Wohnmobils und das meist in Verbindung mit einem Längsbett auf der anderen Seite. Da für ein Bad die gesamte Höhe des Reisemobils benötigt wird, geht dies zu Lasten des Stauraums im Heck (Heckgarage). Bei teilintegrierten Wohnmobilen finden sich gelegentlich die Variante, dass sich das Bad hinten quer hinter einem Querbett befindet. Der Platzbedarf ist dabei hoch und auch diese Alternative geht zu Lasten der Heckgarage.

Nicht zu unterschätzen ist die Bedeutung von Fenstern im Bad, denn die Feuchtigkeit soll nach draußen und nicht in das Reisemobil. Optimalerweise befinden sich im Bad zwei Fenster, eins im Dach und eins in der Seitenwand, so dass Zugluft herrscht, die den Trocknungsprozess verbessern.

Zum Bad noch eine Hiobsbotschaft, sofern ihr Warmduscher seid: Ausgiebige Duscharien wie zuhause sind im Reisemobil nicht möglich. Meist werden in einem Wohnmobil nur so um die 10 Liter Wasser aufgeheizt, das zwar mit kaltem Wasser gemischt wird, aber der Vorrat reicht halt nicht lange. So nach 5 Minuten ist schluss. Also ist nass machen, einseifen und abduschen angesagt.

Tipps:

  • Das Bad muss ausreichend zu belüften sein und sollte zumindest über ein Fenster im Dach oder in der Seitenwand verfügen.
  • Das Bad sollte über ausreichend Stauraum für Badutensilien verfügen.
  • Ist der Schutz vor Spritzwasser beim Duschen hoch genug? Insbesondere bei Schwenkbädern kann es bei groß gewachsenen Personen Probleme geben.
  • Was fast nie geschrieben wird: Setzt euch einmal auf die Toilette und simuliert einen Toilettengang der größeren Art. Es gibt durchaus Wohnmobile, bei denen man sich fragt, wie man den Allerwertesten danach wieder sauber bekommen soll.

 

Teil C: Der Schlafbereich

Jetzt geht es ab ins Bett und es geht um den Haupt-Schlafbereich hinten im Wohnmobil. Über Zusatzbetten in der Front wie Alkoven- und Hubbetten habe ich ja schon geschrieben. Meist werden in Reisemobilen Einzel- oder Querbetten verbaut. Aber auch ein Queensbett oder ein Längsbett kann man bei diversen Wohnmobilanbietern wählen.

Der Schlafbereich

Die Einzelbetten

Für Einzelbetten muss ein Reisemobil schon etwas länger sein. Bei Kastenwagen gibt es ab einer Fahrzeuglänge von 6,36 Metern durchaus schon Einzelbetten akzeptabler Länge. Aber man muss aufpassen, manch ein Bett misst gerade einmal 1,90 Meter Länge und dies wird dann für größere Leute zum Albtraum. Dass es besser geht, zeigen manche Hersteller, bei denen dann zumindest ein Bett an die 2 Meter Marke heranreicht. Oftmals sind die beiden Einzelbetten in einem Reisemobil nicht gleich lang. Hier muss man also prüfen, ob die Länge für beide „Bewohner“ ausreichend ist.

Einzelbetten im Wohnmobil

Der große Vorteil von Einzelbetten ist, dass man sich beim Zubettgehen und beim Verlassen des Bettes nicht in die Quere kommt. Man muss nicht, wie bei Querbetten, über die andere Person hinwegsteigen. Darüberhinaus kann zwischen den Einzelbetten ein zusätzliches Polster eingebracht werden, wordurch die Liegefläche zumindest auf halber Länge verbreitert wird. Unter den Einzelbetten befindet sich Stauraum (Keller). Deshalb werden die Einzelbetten in der Regel über zwei bis drei Stufen erreicht. Dies ist aber grundsätzlich problemlos möglich.

Die höhere Lage der Betten bedeutet natürlich verhältnismäßig wenig Kopffreiheit und man wird sich in der ersten Zeit bestimmt des öfteren beim Aufsetzen den Kopf an den Hängeschränken, die darüber angebracht sind, stoßen. Vor den Trittstufen befindet sich auf einer oder auch beiden Seiten häufig noch zusätzlicher Stauraum wie z.B. ein „Kleiderschrank“ mit Stange. Auch die Trittstufen selbst können durch Aufklappen der Platte als Stauraum genutzt werden. Weiteren Stauraum findet man bei Kastenwagen seitlich unter den Betten. Wenn der Hersteller an Türen gespart hat, um diesen vom Keller aus zugänglich zu machen, muss das jeweilige Bett hochgeklappt werden, um ihn zu erreichen. Aber zwischenzeitlich kriegen die meisten Anbieter das hin.

Das Querbett

Das Querbett ist der Klassiker unter den Betten im Reisemobil. Ich finde sie unpraktisch, weil der Heckpassagier immer über seinen Nachbarn steigen muss. Das ist für beide Personen doch recht störend. Aber, wenn man ein kompaktes Reisemobil will, muss man mit diesem Nachteil leben, denn dort findet man fast ausschließlich Querbetten.

Querbetten im Wohnmobil

Weiterhin ist zu beachten, dass die Länge der Liegefläche immer von der Breite des Fahrzeugs abzgl. Isolierung und evtl. überstehender Fenster begrenzt wird. Allzu groß darf man deshalb nicht sein, wenn man in einem Querbett die Beine lang machen will. Auch das Querbett ist höher gelegen und wird über Stufen erreicht, weil darunter die Heckgarage bzw. der Keller liegt.

Das Queensbett

Das Queenbett wird in Längsrichtung im Wohnmobil verbaut. Hier kommt Heimatfeeling auf, denn wie zuhause, ist das Queenbett von beiden Seiten aus zugänglich. Ein Reisemobil mit Queensbetten wirkt großzügig. Ernüchterung macht sich oft breit, wenn man sich ´mal in ein Queensbett in einem teilintegrierten oder integrierten Fahrzeug hineinlegt. Dann wirkt das Ganze nicht mehr so großzügig, denn die Enden des Bettes sind abgerundet und die gesamte Länge der Liegefläche steht nur in einem doch stark begrenzten Bereich zur Verfügung.

Quensbett im Wohnmobil

Queensbetten gibt es sowohl in einer niedrigen als auch in einer erhöhten Position. Ist dieses Bett niedrig eingebaut, so geht dies zu Lasten des Stauraums (Heckgarage, Keller).

In Kastenwagen findet man das Queensbett nicht.

Das Längsbett

Das Längsbett wird in einem teilintegrierten oder integrierten Wohnmobil auf einer der Fahrzeugseiten verbaut. Gegenüber befindet sich dann das Bad. Der Vorteil dieser Variante ist, dass sie platzsparend ist und damit mehr Fläche für den Wohnraum zur Verfügung steht.

Längsbetten im Wohnmobil

Aber das Längsbett hat so seine Tücken. Es ist nicht übermäßig breit und ist am Ende abgeschrägt. Da kann man sich schnell ins Gehege kommen. Darüberhinaus hat man beim Längsbett dasselbe Problem wie beim Querbett: Man muss übereinander hinwegsteigen.

Längsbetten und das gegenüberliegende Bad bedeuten den Wegfall des Stauraums darunter.<(p>

Tipps:

  • Auf jeden Fall probeliegen. Ist das Bett oder sind die Betten für beide Personen ausreichend lang? Sagt einem die Anordnung der Betten zu?
  • Berücksichtigt bei der Wahl der Bettenart euren Stauraumbedarf. Niedrig positionierte Betten schränken den verfügbaren Stauraum deutlich ein.
  • Denkt über die Position und die Lage der Fenster nach. Bei teilintegrierten und integrierten Fahrzeugen sowie bei Alkovenmodellen gibt es Fenster nur an der Seite. Bei Kastenwagen können Fenster auch in den Hecktüren montiert werden. Auf jeden Fall sollte sich im Dach ein Fenster befinden.

So, das war der kleine Ausflug durch die verschiedenen Grundrissarten im Reisemobil. Natürlich gibt es auch noch andere Lösungen aber mengenmäßig spielen sie keine große Rollen. Wir hoffen, ihr fühlt euch gut informiert und schaut demnächst mal wieder bei dann-mal-weg.de vorbei.

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