Sommer 2020 (Teil 4) - Ostsee

Zum Abschluss ging es dann noch einmal für 9 Tage an die Ostsee nach Mecklenburg-Vorpommern. Der Trip hat zwar nichts mehr mit dem Sommer 2020 zu tun, denn es war bereits Oktober, aber lassen wir an dieser Stelle mal fünf gerade sein. Beheimatet waren wir in dem weltberühmten Seebad Börgerende-Rethwisch, wo so manch ein Adliger oder Prominenter noch nie seinen Urlaub verbracht hat. Aber wir wollen nicht klagen, wir waren gut untergebracht und konnten uns zu jeder Zeit über den schönen Blick auf die Ostsee freuen.

KleifarvatnDie Reise an die Ostsee unternahmen wir mit vier Personen in zwei Fahrzeugen. Selbstverständlich hatten wir zwei Tage vor der Abreise noch brav einen Corona Test machen lassen, um die Einreisebestimmungen des Landes zu erfüllen. Am Tag vor der Abreise hat dann das Verwaltungsgericht Greifswald das Beherbergungsverbot in Meck-Pom für rechtswidrig erklärt. Außer Spesen nichts gewesen, aber immerhin konnten wir, da alle Tests negativ ausgefallen waren, am Donnerstag mit ruhigem Gewissen aufbrechen.

Überrascht waren wir über die Anzahl der Touristen, die nach der Aussetzung des Beherbergungsverbotes bereits im Bundesland waren. Das waren jetzt zwar keine Heerscharen, aber wir konnten uns kaum vorstellen, dass alle erst seit gestern angereist waren.

Einleitend habe ich mich ja bereits ein bisschen ironisch über Börgerende-Rethwisch geäußert. Es ist halt ein Örtchen, das überwiegend der Beherbergung von Reisegästen dient und keine Seele hat. Aber: Man wohnt direkt an der Ostsee, die Unterbringung erfolgt in modernen Wohnungen, ein Strand ist vorhanden und verhungern muss man auch nicht. Wir waren zufrieden. 

Auch geographisch konnten wir nicht meckern, denn von Börgerende aus konnten wir unsere Ausflüge gut unternehmen. Das waren jetzt nicht allzu viele, weil Einer von uns nicht gut zu Fuß war und das Wetter auch nicht immer mitspielte, aber wir konnten uns wieder einmal davon überzeugen, wie schön Mecklenburg-Vorpommern und die Ostseeküste sind. Einzig hat meine Schwägerin darüber gemeckert, wie klein die Wellen an der Ostsee gegenüber denen an der Nordseeküste sind.

PT 002Entgegen der sonstigen Gewohnheit handele ich an dieser Stelle nicht die einzelnen Orte ab, die wir angefahren sind, sondern beschränke mich auf das, was im Kopf hängengeblieben ist.

Heiligendamm ist bekannt für sein Grand Hotel und die vielen alten, weißen Villen. Bei sieben nebeneinanderstehenden Häusern spricht man auch von den "Weißen Villen an der Perlenkette". Erstaunlich: Noch immer sind nicht alle Gebäude restauriert, obwohl sie doch überwiegend in den Händen von Großinvestoren sind. 

Kühlungsborn ist weiterhin ein Prachtstück an der deutschen Ostseeküste. Schöne Villen und Häuser gibt es zuhauf entlang und abseits des Küstenstreifens und beherbergen für teures Geld die Gäste des Ortes. Die vier Kilometer lange Strandpromenade ist für Deutschland einmalig. Und in Kühlungsborn wird lokales Bier gebraut und zwar in den Sorten Kühlungsborner Helles, Dunkles und Weißbier. Und in der Strandstraße gibt es den dazugehörigen Brauereiausschank.

Wismar ist definitiv eine Reise wert. Den Hafen und die Altstadt sollte man erkunden. Natürlich solltet Ihr am Hafen ein leckeres Fischbrötchen essen. Und die Polizeistation aus der Fernsehserie SOKO Wismar haben wir auch gefunden. Na eigentlich ist es nur das Tor gewesen: Es ist die Hofeinfahrt zur Heilig-Geist-Kirche. Das Gebäude steht in Berlin, denn nur die Außenszenen werden in Wismar gedreht.

PT 003Rerik ist ein kleines, sympathisches Ostseebad ohne jegliche Bausünde und mit einer schönen Promenade entlang des Salzhaffs mit einem kleinen Yachthafen und Bootsanlegern. Natürlich finden sich hier Restaurants und Cafés zur Stärkung mit Blick auf den Hafen und den Salzhaff. Die Seebrücke auf der Strandseite ist Stand Oktober 2020 gesperrt. Sie ist nicht mehr standfest genug und soll durch einen Neubau ersetzt werden. Vielleicht wird bei dem Neubau ja mehr Holz statt des Betons verwendet.

In Warnemünde sind wir wieder "Am Alten Strom" entlanggewandert, der Flaniermeile Warnemündes. Den Weg säumen Ausflugs- und Fischerboote zu Wasser und schöne alte Häuser mit Geschäften an Land. Und natürlich gab es wieder ein leckeres Fischbrötchen von einem der Verkaufsschiffe. Der Leuchtturm steht noch, der Klotz des Hotels Neptuns leider auch. Das Teil stammt noch aus DDR-Zeiten. Sorry, aber für uns passt der Betonklotz nicht in die Landschaft.

Bad Doberan war der nächstgelegene größere Ort mit Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe unserer Ferienunterkunft. Das Örtchen ist sehenswert, allem voran das Doberaner Münster. In der Altstadt stehen einige schöne, alte Häuser. Am bekanntesten ist in Bad Doberan natürlich die Schmalspurbahn Molli. Sie tuckert regelmäßig mit einer Dampflok und historischen Anhängern von Bad Doberan mitten durch die Stadt bis Heiligendamm und wieder zurück. Für die 15,4 Kilometer lange, einfache Strecke werden circa 40 Minuten benötigt. Wollen wir hoffen, dass der Einheimische die Zugverbindung nicht täglich für seinen Weg zur Arbeit nutzen muss, denn wer von Bad Doberan nach Heiligendamm fährt, zahlt für die einfache Strecke 10 Euro. Wir sind nicht wegen der Preise nicht mit Molli gefahren, sondern nahmen wegen der Corona Pandemie davon Abstand.

PT 004Die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst zwischen Rostock und Stralsund ist ein Naturparadies. Hier findet man alles: Kilometerlange Strände, Wald, mit Reetdächern gedeckte Häuser und schöne Orte. Wir besuchten Zingst und Ahrenshoop und werden in Zukunft dort sicher einmal mehr Zeit verbringen. Dann werden die Fahrräder dabei sein, vorausgesetzt bis dahin habe ich ein E-Bike.

Auf der Rückfahrt von Darß entdeckten wir ein wahres Kleinod, das Café Kuhstall in Thulendorf-Sagerheide, Birkenallee 13. Es erwartete uns ein tolles Ambiente, außen wie innen, besonders leckerer Kuchen und vorzügliche Caféspezialitäten. Gut, dass wir am Wochenende dort waren, denn offiziell hat der Gastronomiebetrieb nur samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Das Café Kuhstall liegt etwas abgelegen. Achtet von Sanitz kommend auf der B110 auf die Totaltankstelle und circa 1 Kilometer dahinter geht es rechts rein.

Ach ja, im Karls Erlebnishof in Rövershagen waren wir auch. Die Karls, oder wie auch immer die Besitzer heißen, haben mehrere Standorte in Norddeutschland und in Rövershagen ist wohl der größte. Sie selbst nennen den Hof den größten Bauernmarkt Deutschlands. Na ja, ein Bauernmarkt ist das für uns nicht, denn Bauern, die ihre Waren anpreisen, sucht man dort vergeblich. Der Karls Erlebnishof ist eigentlich reinster Kommerz. Unzähliges an Essbaren und Nicht-Essbaren wird angeboten, für die Kids gibt es Entertainment und ein Hotel gibt es dort auch. Aber immerhin: Es gibt interessante und ausgefallene Produkte und teilweise kann man bei der Herstellung der essbaren Waren zuschauen. Und verteufeln wollen wir den Laden auch nicht, denn wir haben einiges an Geld dagelassen.

Zum Abschluss der Hinweis, dass die Ostseeküste in Meck-Pom kein preiswertes Urlaubsziel ist. Dies gilt allenthalben: Die Preise für Unterkunft, für einen Restaurantbesuch und beim Einkauf sind gesalzen. Darunter ächzen auch die Einheimischen, die bei normalen Gehältern sehr hohe Lebenshaltungskosten haben.

Es hat uns gefallen und wir kommen wieder!

Nachfolgend gibt es noch die obligatorischen Fotos.

Börgernde

Warnemünde

Kühlungsborn

Wismar

Darß

Rerik


Karte der Ziele in diesem Bericht: